EJOT Team siegt beim 3. Wettkampf in der Triathlon-Bundesliga in Offenburg

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Video vom Wettkampf
Die Sieger - vorne v. l.: Tim Lange, Jonathan Zipf, Ivan Vasiliev, hinten v. l.: Denis Vasiliev, Frederic Belaubre

Ein Zeichen gesetzt!

„Es war mal wieder an der Zeit ein deutliches Zeichen zu setzen“ so Team-Manager Rainer Jung. Im Vorfeld des dritten Triathlon-Bundesligawettkampfes, hatten die Verantwortlichen des EJOT Teams TV Buschhütten den Ball bewusst flach gehalten. Der sportliche Leiter Hauke Horstmann und Team-Manager Rainer Jung überließen die markigen Sprüche den anderen Mitkonkurrenten um die deutsche Teammeisterschaft. So hatte der Team-Manager vom Hansgrohe Team Schramberg, Heinz Lieblein, im Vorfeld in der regionalen Presse (Schwarzwälder Boten) noch geäußert:„… in Offenburg werden wir alles auffahren was wir können, damit wir gewinnen…“ Und auch Richard Gutt (Team-Manager des ASICS Teams Witten) äußert in einem Bericht der Westfälischen Rundschau: „…in Offenburg wollen wir deutlich machen, das wir zu den stärksten Teams gehören und unsere Titelchance wahren...“
Vorweg gesagt, das Hansgrohe Team aus Schramberg wurde bei ihrem Heimwettkampf (Hauptsponsor Hansgrohe ist auch Hauptsponsor des Triathlons in Offenburg) Zweiter und das Team aus Witten belegte den dritten Platz.

Bereits bei der Vorbesprechung zum Wettkampf schworen Horstmann und Jung ihre Triathleten auf unbedingten Kampfeswillen und Siegermentalität ein. Ziel war es gerade in der Höhle des Löwen siegreich zu sein und damit den Vorsprung in der Tabelle weiter auszubauen. Schnell war klar, dass die an diesem Tag nominierten Triathleten des heimischen Aushängeschildes in Sachen Triathlon regelrecht auf ihren Einsatz brannten. Die von dem sportlichen Leiter Hauke Horstmann ausgegebene Taktik sollte im Sprintrennen voll aufgehen. Plan war es, bereits beim 750 m Schwimmen im 22 Grad wahren Gifiz See das Feld auseinander zu schwimmen. Frederic Belaubre, Ivan Vasiliev und sein Bruder Denis gehören in der Triathlon-Szene zu den weltbesten Schwimmern. Gesagt – getan.
Nach 8:17 Minuten verließen die Drei als Erste das Wasser. Nur wenige Triathleten, darunter der Weltmeister von 2007 Daniel Unger, konnten dem Trio folgen. Pech hatte der Buschhüttener Tim Lange, der nach dem Schwimmen nur einen knappen Rückstand auf die Spitzengruppe hatte und es durchaus geschafft hätte als 4. des EJOT Teams TV Buschhütten dort vertreten zu sein. Doch beim Ausgang aus der Wechselzone und nach wenigen Metern auf dem Rad verlor Tim Lange beim überfahren einer Bodenwelle seinen Radschuh. Wie es die Regel eindeutig vorsieht, ist das barfuss Rad fahren verboten. Hätte Lange das Rennen ohne Radschuh fortgesetzt, hätte er zwar den Anschluss an die Spitzengruppe geschafft, wäre aber nachträglich zu Recht disqualifiziert worden. So hielt er sich an die Regeln, holte seinen Radschuh und setzte das Rennen regelgerecht fort. Dadurch hatten ihn aber bereits weitere 20 Athleten überholt. Die 10köpfige Spitzengruppe in der neben dem Buschüttener Trio „nur“ je 2 Athleten der schärfsten Konkurrenten um den Kampf um die Deutsche Meisterschaft, aus Witten und Schramberg vertreten waren, machte auf der 4mal zu durchfahrenden 5,8 km Radrunde mächtig Druck. So vergrößerte sich der Vorsprung bis zum Ende der Radstrecke auf fast 1 Minute. In der zweiten, aus mehr als 30 Athleten bestehenden Verfolgergruppe, befanden sich auch die Buschhüttener Jonathan Zipf und Tim Lange. Taktisch bedingt leisteten Beide keine Führungsarbeit, um die große Gruppe nicht näher an das Spitzenfeld heranzufahren. Den Fans und Betreuern stockte während des Radrennens noch einmal der Atem. Notarzt und Krankenwagen mussten ausrücken, da sich ein Sturz im großen Verfolgerfeld, am Wendepunkt der Radstrecke ereignete. Niemand wusste welche Athleten betroffen waren. Erst nachdem alle 5 Buschhüttenern wieder vor den zahlreichen Zuschauern in die nächste Radrunde gingen konnte man aufatmen. Erst nach dem Rennen wurde klar, wie knapp das Buschhüttener Team einem Sturz entgangen war. Jonathan Zipf hatte hier besonders viel Glück, aber auch fahrerisches Können bewiesen. So wich er dem direkt vor ihm gestürzten Athleten nur durch einen waghalsigen Sprung auf den Bürgersteig aus und konnte somit einen eigenen Sturz vermeiden.
Nach dem Wechsel vom Rad, auf die zweimal zu durchlaufende 2,5 km lange Laufstrecke, konnten die Buschhüttener Fans bereits zuversichtlich sein, das an diesem Tag der Sieg wieder an ihre Mannschaft geht. Besonders der Franzose Frederic Belaubre konnte auf der Laufstrecke weiterhin glänzen. Er wurde am Ende Zweiter und von den Buschhüttener Anhang im Ziel frenetisch gefeiert. Auf den späteren Sieger Toni Dodds aus Neuseeland hatte er nur einen Rückstand von etwas mehr als 5 Sekunden. Team-Manager Rainer Jung war sich sicher, dass wenn Belaubre nicht bei Schwimmen und besonders beim Rad fahren viel Führungsarbeit geleistet hätte, er sicher als Sieger aus dem Rennen hervorgegangen wäre. Siebter wurde sein Teamkollege Ivan Vasiliev. Dieser ausgezeichnete 7. Platz ist um so höher einzustufen, wenn man weiß, dass sich Ivan Vasiliev mehrfach auf der Laufstrecke übergeben musste. Mit der zweitbesten Laufzeit aller Teilnehmer katapultierte sich Jonathan Zipf noch auf den 9. Platz nach vorne. Denis Vasiliev beendete den Wettkampf auf einem sehr guten 14. Platz. Er musste beim abschließenden Lauf seiner langen Führungsarbeit auf dem Rad ein wenig Tribut zollen. Aber auch der 19. Platz von Tim Lange ist aller Ehren wert. Erst Recht unter Berücksichtung seines Pechs mit dem verlorenen Radschuh. Ihm wäre an diesem Tag anderweitig eine TOP-TEN-Platzierung gelungen.

Mit diesem erneuten Sieg und der Platzziffer 32 konnte das EJOT Team TV Buschhütten sogar seinen Vorsprung in der Gesamttabelle auf die ärgsten Verfolger aus Schramberg und Witten ausbauen. Für die verbleibenden beiden Wettkämpfe am 5. September in Hannover und am 18. September in Schliersee hat das EJOT Team TV Buschhütten nun alle Trümpfe in der Hand, um das erneute „Wunder von Buschhütten“ wahr werden zu lassen. Doch Team-Manager Rainer Jung schaut auch jetzt nach vorne. Gilt es doch, die letzten beiden Rennen genauso konzentriert und engagiert anzugehen wie die ersten 3 Wettkämpfe. Denn „…das Fell des Bären wird es dann verteilt, wenn er erlegt ist...“

Tagesplatzierung von Offenburg:
1. EJOT Team TV Buschhütten - Platzziffer 32
2. Hansgrohe Team Schwarzwald - Platzziffer 55
3. ASICS Team Witten - Platzziffer 61
4. Zeppelin Team OSC Potsdam - Platzziffer 74
5. Carboo4U Tus Griesheim - Platzziffer 104

Tabelle nach dem 3. Wettkampf
1. EJOT Team TV Buschhütten - 4 Punkte - Platzziffer 44
2. Hansgrohe Team Schwarzwald - 9 Punkte - Platzziffer 83
3. ASICS Team Witten - 11 Punkte - Platzziffer 93
4. Zeppelin team OSC Potsdam - 12 Punkte - Platzziffer 106
5. Carboo4U TuS Griesheim - 12 Punkte - Platzziffer 132

Gesamttabelle der 1. Triathlon-Bundesliga