Powerman Alabama
Bericht von Oliver Prigge aus Alabama / USA 

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Oliver Prigge
Nun war es endlich soweit, mein erster ernstzunehmender Wettkampf stand in der neuen Wahlheimat an. Der Powerman Alabama in Birmingham, knapp 2 Autostunden entfernt von Nicole und meinem neuen Wohnort Auburn. Für amerikanische Verhältnisse ein absoluter Kurztrip. Einen Tag vor dem Start am Sonntag machten wir uns auf den Weg, denn Sonntagmorgen um 7:30 Uhr war Startzeit. Laut Ausschreibung waren für diesen Duathlon 8km Laufen, 53km Rad und wieder 8km Laufen zu absolvieren. Das Training in der Vorbereitung lief Dank ausgefeilter Zeitwirtschaft meines Heimtrainers Bennie Lindberg zufrieden stellend. Geplant war bis Mittwoch vor dem Event hartes Training und dann tapern. Leider fiel das Tapern einiger arbeitstechnischer Probleme (aus beruflicher Sicht) komplett zum Opfer.
Am Wettkampfmorgen war es sehr kalt. Amerikaner laufen sich dann im Hotelflur warm. Ein Siegerländer fühlt sich bei + 8 Grad und kaltem Wind eher heimisch. Ich war ziemlich nervös. Endlich war der Wellenstart der Altersklassen 35 - 44 an der Reihe. Das war die Teilnehmerstärkste Welle die auf den hügeligen Asphaltkurs geschickt wurde. Schon bald wurde mir klar, dass hier einige gute Duathleten gehörig Dampf machten. Duathlon ist in Alabama deutlich höher anzusiedeln als in Deutschland. Im Gegensatz zu den bisherigen Laufwettkämpfen hier, bekam ich schnell zu sehen, was keiner gerne sieht, die Hacken der Mitbewerber. Der Kurs war etwas länger als gedacht, laut Veranstalter so ca. 350m. Nach 32 Minuten und dem ersten Laupart kam ich in der Wechselzone an und wechselte sehr flott auf mein Bike. Leider bekam ich beim Radfahren sofort alles auf einmal zu spüren – einige Athleten überholten mich und der Wind war nicht nur kalt er kam auch teilweise sehr heftig von der Seite. Das war weniger gut, denn meine Laufräder sind da sehr empfindlich und ich relativ ängstlich. Nach einer sehr miesen ersten Runde auf dem 16,5 Meilen Rundkurs (26,5km) war meine Laune am Boden. Der Kurs war zudem Hammer hart. Langen Anstiegen folgten zwar wieder lange Abfahrten, aber ich hatte weder Druck noch Traue um etwas schneller zu fahren! Zu Beginn der zweiten Radrunde merkte ich plötzlich warum mich so viele überholten, diese Athleten waren nur eine Runde auf dem Kurs und somit nicht auf der Powermandistanz unterwegs. Etwas angesäuert von meiner Fehlleistung ging ich in die zweite Runde und es lief von Minute zu Minute besser. Obwohl der Wind eher heftiger wurde, war die zweite Runde 3 Minuten schneller. Dasselbe beim Laufen, bis ich im Tempo war, verging etwas Zeit aber dann fühlte ich mich gut und es wurde richtig schnell zum Abschluss. Nach 2:46 Std. erreichte ich ausgepumpt, aber glücklich das Ziel und war gar nicht so unzufrieden, denn schließlich bin ich im Langdistanz Training. Überhaupt hat das Spagat zwischen Beruf und Amerika sehen und erleben und dennoch fleißig zu trainieren einiger maßen geklappt. Ich hatte mir eigentlich einen TOP 10.Platz in der AK erhofft, aber dass es am Ende Gesamtrang 37 wurde und der 3.Platz in der AK 40 – 44 und gleichzeitig das Ticket zur Duahlon WM in Zofingen, war eine Riesenüberraschung. Jetzt werde ich noch an meiner speziellen Form arbeiten, unter anderem dem üblichen Frühjahrsspeck, und dann sehe ich für Roth gute Chancen das Ziel aufrecht zu erreichen.
Der Duathlon an sich war Top organisiert. Die Strecke ist mit einigen Sheriffs abgesichert, was irgendwie nicht sicher aussah, aber die Jungs genießen hier einen großen Respekt. Die Siegerehrung war eher mäßig für einen solchen Wettkampf. Super ist in den Staaten, dass man für 90 Dollar also weniger als 60 Euro, neben dem ultimativen Finisher T-Shirt noch Zugaben bekommt. Laufsocken in Powerman Look, Power Riegel und Gels und eine Schirmmütze, ebenfalls im Powerman Look und… und… und…
Der nächste große Wettkampf steht Ende Mai in Georgia USA an. Der Rock’n Roll Half Ironman. Er ist gleichzeitig US Qualifikation für die HalfironmanWM, nationale Meisterschaften von Georgia und Alabama State Championchip. Mal sehen was da geht?