Der wahre König von Buschhütten
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| Björn Schröder |
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Am vergangenen Sonntag gingen 900 (?) Triathleten an den Start bei der 25.sten Auflage des Buschhüttener Triathlon. Unter ihnen viele Top-Triathleten wie Sebastian Kienle und Dirk Bockel.
Abseits von Profi-Lager gingen viele Hobby-Triathleten an den Start. Darunter auch Björn Schröder- im Gepäck seine eigene, ganz besondere Geschichte: Der heute 25-jährige erkrankte 2009 an einer akuten Leukämie. Rascher Gewichtsverlust, Thrombosen in den Beinen, eine Lungenembolie- das waren die Vorboten der schlimmen Krankheiten. Man ging zu Beginn von einer Gerinnungsstörung aus und schickte den jungen Kreuztaler in die Uniklinik Gießen. Anders konnte man sich die Thrombosen in den Beinen eines Hobbysportlers nicht erklären. Die Ärzte erkannten schnell, dass die Beschwerden einen anderen Hintergrund haben mussten. Weitere Untersuchungen der Uniklinik Marburg ergaben innerhalb eines Tages die schreckliche Diagnose: Akute myeloische Leukämie- eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, die unbehandelt innerhalb weniger Wochen zum Tod führt. Es folgten acht Monate Behandlung in Marburg. Eine harte Zeit für den sportlichen Mann, der ein Jahr zuvor seine Leidenschaft für den Triathlonsport entdeckte. 2008 startete er zum ersten Mal beim Buschhüttener Triathlon und weiß seitdem: Das ist mein Sport! Schon im Krankenhaus ist klar: Wenn er das alles überstanden hat, will er wieder in Buschhütten an den Start gehen. Doch bis dahin vergingen Monate. Die lange Behandlungszeit- viele Wochen davon immer wieder in Isolation- führten zu einem starken Abbau der Muskulatur und des Gewichts. Immer wieder Tiefschläge, Infektionen und schlechte Blutwerte.
Doch die Strapazen lohnten sich: Die Chemotherapie schlug gut an und nach 5 Chemozyklen konnte Björn die Klinik endlich verlassen. Das war im März 2010. Sobald es die Blutwerte erlaubten, fing er wieder mit dem Training an. Zunächst war es nur ein Spaziergang, dann ein Lauf von Sekunden, immer wieder mit Gehpausen. Und dann das „o.k.“ vom Arzt, schwimmen gehen zu dürfen. Später kamen die Ausfahrten auf dem Rad hinzu. Im Frühjahr 2011 schließt sich Björn der Triathlongruppe des RSV Osthelden an.
Monatelanges hartes Training bis zum großen Tag: Dem Buschhüttener Triathlon. Die Veranstaltung, an dem die Leidenschaft für diesen Sport geweckt wurde.
Familie und Freunde sind gekommen um ihn anzufeuern. Mit einer Zeit von 1:28 schließt der Kreuztaler den Triathlon ab und ist überglücklich: Er hat den Kampf gegen den Krebs gewonnen. Und nach nur 14 Monaten seit seiner Entlassung aus der Klinik auch den Kampf gegen sich selbst. Für viele ist er allein deshalb schon der „kleine König von Buschhütten“.
Olivia Hein