Fantastischer 3. Platz für Andreas Raelert beim Hawaii-Debüt
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| Andreas Raelert |
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Es war der perfekte Tag für Andreas Raelert. Vor dem Rennen noch tief gestapelt mit Top Ten als Ziel, insgeheim aber mit dem Podestplatz geliebäugelt. Mit dem Platz 3 beim härtesten Rennen der Welt, ist es ihm auch eindrucksvoll gelungen, seinen „geheimen Traum“ zu verwirklichen.
Craig Alexander hat den Ironman Hawaii 2009 gewonnen und seinen Titelgewinn aus dem letzen Jahr wiederholt. Alexander kam nach 8:20:21 Stunden ins Ziel und verwies den lange Zeit führenden Chris Lieto (USA) mit einer Zeit von 8:22:56 Stunden und einen super starken Andreas Raelert (8:24:32) auf die Plätze 2 bis 3.
Schon der Auftakt, das Schwimmen im Pazifik, lief für Andreas Raelert wie geplant. Für die 3,8km benötigt er 51 Minuten und kam mit einer großen Gruppe in die erste Wechselzone. Dann blieb auch diese Gruppe meist zusammen. Raelert konnte das Radrennen wie geplant taktisch weiter gestalten. War es doch vorher das Ziel, beim Radfahren weiter in der Spitzengruppe zu sein, aber keinesfalls im Tempo zu überziehen. Eine Schrecksekunde kam für ihn als ca. 50 km vor dem Wechsel auf die Laufstrecke, ein technischer Defekt im Schaltwerk seines Rades, ihm ein schalten fast unmöglich machte. Bei Km 170, also 10 km vor der zweiten Wechselzone, musste er die große Gruppe dann ziehen lassen und kam mit einem Rückstand in die Wechselzone, bevor es nun auf die Marathonstrecke ging. Trotzdem war die Radzeit von 4:38 Stunden akzeptabel und ließ noch alle Chancen für das Rennen offen. Aber Raelert musste nun alles auf eine Karte setzen, um noch an die Spitze vorlaufen zu können. Gesagt, getan. Im Stile eines Kurztriathlondistanzlers ging er die ersten fünf Meilen an. Eine Zeit von unter sechs Minuten für die Meile waren ein super hohes Lauftempo. Dieser Zwischenspurt „spülte“ ihn dann aber bereits auf Platz 6 nach vorne und die Spitze kam immer näher. Andreas Raelert spürte, dass er an diesem Tag „gute Beine hatte“ und konnte sogar zu Craig Alexander aufschließen, der zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3 lag. Gemeinsam liefen der Australier und das EJOT Team Mitglied zu Chris McCormack auf und konnten ihn überholen. Es ging in Richtung Energy Lab. Dort, ca. 16 km vor dem Zieleinlauf, im leichten Gefälle, schüttelte Craig Alexander dann allerdings Andreas Raelert ab, der erst gar nicht mehr versuchte, länger dieses Tempo mit zu gehen. Er war nur noch bedacht den 3. Platz zu halten. Auf den letzten Kilometern musste er schwer kämpfen und gab nach dem Rennen zu, hier sogar Gedächtnislücken über den weiteren Verlauf des Rennens zu haben. So sehr war er an und sogar sicher über seine physischen Grenzen gegangen. Mit der zweitbesten Laufzeit für die Marathonstrecke von 2:51:04 Stunden konnte er aber den Podiumsplatz ins Ziel retten. Jedoch bereits wenige Minuten nach dem Zieleinlauf stand er bereits den Reportern Rede und Antwort:
„Ich hatte einen fast perfekten Tag. Allerdings hatte ich noch nie in meinem Leben so ein hartes Rennen. Ich hatte vom Podium geträumt und habe mir den Traum erfüllt. Nachdem ich Craig Alexander eingeholt hatte, wusste ich, dass ich dafür bezahlen würde. Ich weiß, dass ich zu schnell losgerannt bin. Im Energy Lab bin ich dann geplatzt, ich habe mich nie zuvor so schlecht gefühlt. Jetzt bin ich super happy. Ich war hier zum Lernen - und ich habe viel gelernt.“
So der überglückliche Raelert, der ja auch mit seinem EJOT Team in diesem Jahr die Deutsche Team-Meisterschaft ins Siegerland geholt hatte.
Und das Andreas Raelert nicht nur ein toller Triathlet, sondern auch ein wahrer Champion ist, zeigt sich an einer besonderer Begebenheit beim Marathonlauf. Kurz vor der Verpflegungsstelle in Hawi, wo die Triathleten Ihre eigene persönliche Verpflegung deponieren können, liefen Alexander und Raelert noch nebeneinander. Beide riefen den Streckenposten Ihre Startnummer zu, so dass diese dann die wichtige persönliche Verpflegung in einem Beutel den Triathleten reichen konnten. Raelert bekam aber den Beutel von Alexander gereicht, während dieser keinen Beutel bekam. Craig Alexander fragte Raelert, ob er ihm seinen Beutel geben würde. Und obwohl Raelert dann keine persönliche Verpflegung mehr hatte, zögerte er keine Sekunde und überreichte dem Konkurrenten seinen Verpflegungsbeutel. Wahre Größe eines Sportlers zeigt sich eben nicht nur in Platzierungen und Zeiten.
Hut ab, Andreas Raelert !!!
Das ganze Interview mit Andreas Raelert finden Sie auf:
www.tri-mag.de/index.php?option=com_seyret&Itemid=312&task=videodirectlink&id=276
Auch Dirk Bockel aus dem EJOT Team TV Buschhütten zeigte ein tolles Rennen.
Mit ausgeglichenen Leistungen in allen drei Disziplinen, sicherte sich Dirk Bockel mit Platz 7 bereits jetzt die Qualifikation für das nächste Jahr. Auch Bockel war wie Andreas Raelert beim diesjährigen Ironman Hawaii das erste Mal am Start. Der König von Buschhüten aus dem Jahr 2006 gehörte ebenso wie Andreas Raelert zu den positiven Überraschungen aus Sicht des heimischen EJOT Team TV Buschhütten.
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| Dirk Bockel |
Ironman World Championships
3,86 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,195 km Laufen
10. Oktober 2009, Kailua-Kona, Hawaii
1. Craig Alexander (AUS) 8:20:21 (50:57-4:37:33-2:48:05)
2. Chris Lieto (USA) 8:22:56 (51:07-4:25:10-3:02:35)
3. Andreas Raelert (GER) 8:24:32 (51:00-4:38:00-2:51:04)
4. Chris McCormack (AUS) 8:25:20 (52:51-4:32:44-2:55:58)
5. Rasmus Henning (DEN) 8:28:17 (51:06-4:37:07-2:55:33)
6. Timo Bracht (GER) 8:28:52 (54:30-4:33:49-2:56:27)
7. Dirk Bockel (LUX) 8:29:55 (50:50-4:37:28-2:57:41)
8. Pete Jacobs (AUS) 8:30:15 (50:03-4:38:41-2:57:13)
9. Andy Potts (USA) 8:30:30 (47:45-4:46:06-2:52:14)
10. Faris Al-Sultan (GER) 8:31:44 (50:53-4:33:40-3:03:10)
12. Maik Twelsiek (GER) 8:35:10 (52:54-4:28:34-3:09:27)
20. Stephan Vuckovic (GER) 8:51:35 (52:50-4:56:30-2:58:12)